Caple AUF900 User Manual Page 97

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ENSI Erfahrungs- und Forschungsbericht 2011
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2.3 Der Zwischenfall im Kern-
kraftwerk Doel im Block 4
Der Block 4 des Kernkraftwerks Doel verfügt
für den Ausfall des Hauptspeisewassersystems,
welches im Normalfall die Bespeisung der Dampf-
erzeuger gewährleistet, über weitere Systeme, um
die Dampferzeuger mit Kühlwasser zu versorgen.
Hierfür stehen das Hilfsspeisewassersystem und
das Notspeisewassersystem zur Verfügung. Ge-
mäss Dokumenten der IAEA und des European
Clearinghouse on Operational Experience for NPP
stellte der Betreiber am 18. März 2011 bei einem
Test des Hilfsspeisewassersystems fest, dass eine
der Pumpen für bestimmte Störfallverhältnisse ei-
nen nicht ausreichenden Durchfluss aufweist, was
den Annahmen im Sicherheitsbericht widerspricht.
Der Test war durch die Aufsichtsbehörde angeregt
worden, da diese Pumpe im Jahr 2009 als Ersatz
für eine ausser Betrieb genommene Pumpe ein-
gebaut wurde. Beim Betrieb der neuen Hilfsspei-
sewasserpumpe traten Vibrationsprobleme auf,
weshalb als Gegenmassnahme die Pumpensoll-
drehzahl reduziert wurde. Die Pumpe wurde da-
nach auf die Betriebstauglichkeit getestet, aber die
Durchfluss-Druck-Kennlinie wurde nicht verifiziert.
In den Kernkraftwerken der Schweiz wird nach In-
standhaltungseingriffen an sicherheitsrelevanten
Pumpen ein Systemfunktionstest durchgeführt,
um die geforderten Betriebsparameter zu kontrol-
lieren. Das ENSI inspiziert gezielt derartige Funkti-
onstests im Anschluss an vorangegangene Anla-
geänderungen und Arbeiten an Systemen.
2.4 Der Zwischenfall im
Kernkraftwerk Tricastin
Die französische Aufsichtsbehörde Autorité de
Sûreté Nucléaire (ASN) meldete am 16. Februar
2011 ein INES-2-Vorkommnis für das Kernkraft-
werk Tricastin. Bei einem periodischen Test eines
Notstrom-Dieselgenerators im Kernkraftwerk Bla-
yais am 7. Februar 2011 hatte dieser versagt. Ge-
mäss den Ergebnissen einer ersten Untersuchung
durch den Betreiber Électricité de France (EDF) und
seinen Lieferanten ist das Versagen beim Test auf
die vorzeitige Qualitätsverschlechterung der Pleuel-
lagerschalen des Dieselmotors zurückzuführen. In
den französischen Kernkraftwerken sind mehre-
re Notstrom-Dieselgeneratoren mit diesem Lager-
schalentyp ausgestattet. Im Unterschied zu den
anderen betroffenen Anlagen sind in den Kern-
kraftwerken Tricastin 3 und 4 alle Notstrom-Die-
selgeneratoren mit diesen Lagerschalen ausgestat-
tet. Die ASN bewertete deshalb den Sachverhalt in
diesen beiden Anlagen als schwerwiegender und
ordnete ihn der INES-Stufe 2 zu. Bei den anderen
betroffenen Kernkraftwerken (Blayais, Bugey, Chi-
non, Cruas, Dampierre, Gravelines und Saint-Lau-
rent) steht mindestens ein Notstrom-Dieselgenera-
tor zur Verfügung, welcher keine derartigen Lager-
schalentypen enthält. Für diese Standorte ordnete
die ASN den Befund der INES-Stufe 1 zu. Als So-
fortmassnahme verlangte die ASN vom Betreiber
EDF einen Vorgehensplan zur Bereinigung der er-
kannten Schwachstellen. EDF sieht den Ersatz der
Lagerschalen und neue Betriebsvorschriften bei
den betroffenen Notstrom-Dieselgeneratoren vor.
Für die Kernkraftwerke Beznau, Leibstadt und
Mühleberg ist keine Übertragbarkeit gegeben, da
dort keine Dieselmotoren des betreffenden Her-
stellers und entsprechende Lagerschalen in Ver-
wendung sind. Im Kernkraftwerk Gösgen (KKG)
sind einige Dieselmotoren dieses Herstellers im
Einsatz. Pleuellagerschalen des fehlerhaften Typs
werden allerdings im KKG nicht verwendet. Die
vom KKG vorgenommene Auswertung werksin-
terner Vorkommnisse bei Notstrom-Dieselgene-
ratoren über den Zeitraum der letzten 10 Jahre
zeigte keine Probleme mit Lagerschalen auf. Das
KKG weitete darüber hinaus präventiv die Motor-
ölanalysen der Notstrom-Dieselgeneratoren aus,
um eventuelle Schädigungen von Pleuellagerscha-
len frühzeitig erkennen zu können. Der Hersteller
leitete Motortests ein, um die aufgetretenen Schä-
den erklären zu können. Das KKG und das ENSI
verfolgen die Testergebnisse.
2.5 Der Zwischenfall im Kern-
kraftwerk Cattenom in den
Blöcken 2 und 3
Nach Angaben der ASN führte der Betreiber des
Kernkraftwerks Cattenom (EDF) am 21. Dezem-
ber 2011 aufgrund der Lehren aus den Unfallab-
läufen von Fukushima eine Inspektion in der Anla-
ge durch. Dabei fand EDF heraus, dass in den Ein-
speiseleitungen der Brennelementlagerbecken der
Blöcke 2 und 3 keine Öffnungen (Siphonbrecher)
vorhanden sind, um ein Ansaugen von Wasser zu
verhindern, wodurch es zu einer ungenügenden
Wasserüberdeckung oder sogar Abdeckung der
gelagerten Brennelemente kommen könnte. In
den beiden anderen Blöcken 1 und 4 sind diese
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